Parodieren geht über Studieren

Eine Übung im Bereich der Neueren Deutschen Literaturwissenschaft
an der Universität Augsburg
unter Leitung von Dr. Friedmann Harzer

Vorher - Nachher

 

Vorher

Alles um mich herum scheint ein Ende vorweg zu nehmen. Ich frage dich, wirst wenigstens du begreifen, was an diesem letzten Tag von mir Besitz ergriffen hat?
Ich renne ein letztes Mal die Treppen hoch, du einzig Verständige, und kann nicht anders, kann nicht anders als Hassen. Ich hasse die, die H, diese wandelnde Formel, diese Hornisse, hasse, hasse S, die Kellerassel, K, die Kuh oder das Kälbchen, je nachdem was gerade besser im Kreis der Elitären ankommen mag, hasse, hasse M, das NICHTS, hasse P.M. , den armen ach so Hintergangenen (zwei Runden Mitleid auf der Aschenbahn keuchen), hasse, hasse C, die mütterliche, doch trotzdesto begehrenswert und auch haarschüttelnd gebliebene Hochseil-tänzerin, Seil-hoch!Tänzerin, hasse J, den NICHTSSAGER, S, den Kaltgrinser, der es wagt K zu belächeln, in stumpfer Verbrettertheit. Ich hasse mich als Blase! Hätte ich doch - o meine Freundin, könntest du mir doch den Rücken stärken in diesen letzten lausigen Stunden! Hätte ich doch die Prüfung und das alles und die alle hinter mir. Jaja, DIE Prüfung.
PS: Ich hasse D, das Schaf zum Hass.

Nachher

Donnerstag. Es ist vorbei. Liebste Leserin Aller! Ja, es ist vorbei, ja es war dieser Tag, in meines Bruders Zimmer, da ich sie, das Schaf schon einmal getroffen zu haben glaubte. Doch diese Begegnung war eine flüchtige, und nur ein unbestimmter Traum. Das Gegenteil, das vollendete Gegenteil zu diesem fiesen Hieb, der mich im Wachen trifft. Die alles zerbröseln-de, zerbröckelnde, zerschlagende, zerstörende, zerhämmernde, zerstückelnde, zerreißende, auseinander reißende, erstickende, vernichtende Folterrad-Diplomprüfungs-Feedback-Scheiße! Was ist mir da noch ein "bestanden". Ich hasse das D-Schaf, ICH HASSE SIE ICH HASSE SIE ICH HASSE SIE. Wie war ich dumm, unsagbar dumm, ihre Dummheit, ihre grenzenlose Dummheit, ihre abgestumpfte, öde, festgefahrene, handgebremste Dummheit, ihre Ausgehöhltheit, ihr mit ausgestopfter Herzlichkeit verstopfter Lächelspalt, in Klammern gesetzt von den Ekel-Magenfalten ( du erinnerst dich doch bestimmt noch, daß diese beidsei-tigen Linien, ausgehend von der Nase bis unter den Mund auf schwerwiegende, krankhafte Probleme mit dem Magen hinweisen) NICHT AUGENBLICKLICH ZU ERKENNEN! Und ihre blöde "bin-hier-euer-guter-Engel"-Maske, ihre pseudo-jung-gebliebene, jung-bleiben-wollende katzenhaft falsche Oberflächlichkeit, ihre institutionalisierte Offenheit, ihr furchend-hinterhältiges Grinsen, ihr giraffenhaftes Einmümmeln, ihr schafhaftes schamloses Gewäsch, HAB ICH NICHT VON ANBEGINN DER WELT DURCHSCHAUT! Jetzt, jetzt endlich weiß ich, weißt auch du, wissen wir: auch sie ist eine von denen, von den Toten, den Lügnern, den angepassten - Entschuldigung!- Schaumschlägerleckern - Leckerin! Lecker Lehrerin! Wirklich! Wirklich wahr!
Ich habe ihr vertraut. Sie hat mich betrogen. Sie hat nicht einmal an meiner alleräußersten Schale geschabt und wähnte sich schon brennend gestochen von meinen schäumenden, über-schäumenden Schmerz, meiner lodernden hochschlagenden Freude. Sah sie UNS, mich und mein Feuer, war sie nur noch grüner Nasenausfluß - für diese, mir untypisch milde Formu-lierung würde ich sicher von ihr und Geiz-G einen Preis kriegen, für diese so-gern-genannte "Rachengeburt" ( was soll man sich bitteschön darunter bloß vorstellen)! Igitt! Ihre lebens-länglich inīs Gesicht geackterten Gräben. Aasfresserin! Von Frischkost bekommt sie nämlich Verdauungsstörungen, sie, die Ungestörte, die einzig wahre Normale, Gesunde, D! Die dumme Sau! Tut mir leid! Sollīs sich in ihrem flachen Gemäßigt-Morast wälzen und sich gleich nochn paar mal Scheiden lassen, damitīs Heiraten noch bedeutungsloser wird, weil sonst könntīs ja besonderer werden als z.B. ein Krankenhausaufenthalt. Sollīs die marmo-rierte Konservatoriumstreppe rauffallen und den Unterschied auf der internen Unfallstation rausprobieren!
Pah, sie liebt man, ihre pseudo-Lebenserfahrung, ihre ach-ist-doch-alles-nicht-so-schlimm American-shit-like Einstellung, mit der sie uns alle be-wasser-marscht! Mich erträgt man nicht! Mich will man nicht!. Mich, mich als W, mich als M oder M-I WILL MAN NICHT! Man will uns in dynamische Bögen gießen ( wir sind nur so zu genießen?)! Man will uns nicht glauben, uns GLAUBEN MACHEN LASSEN! Du, die du dich zu unserer Art bekannt hast, traue deinen strapazierten Augen, man verschließt sich nicht nur dem "Persönlichen", wie ich erfahren mußte, nein, selbst das "schön Gekonnte" stößt auf massiven Widerstand, auf Verschluß, könnte sagen "Darmverschluß", tu ich aber nicht. Du fragst dich: was denn, ja was denn nun, kommt an? Wird honoriert, erntet tosenden kniefälligen Beifall? Pass auf, pass nur auf! Intellektuelles, verkalktes, starres, totes WISCHIWASCHIWASCHIWISCHIWISCHI, welches man so und so soundso zum Kotzen, scheißbeschissen irgendwie durch den Dreck ihrer verkalkten Gehirnwindungen hindurch irgendwo in einem besonders verschimmelten Eck verstehen zu können glaubt! DAS KOMMT AN! Zwei Vögel sitzen auf der Stromlei-tung, meine einzige Vertraute und sind gänzlich meiner Meinung: D go home! Bleib überīm See, nehm deinen 3. lieben braven hasihasi-wabbel-ping-peng-Mann mit und drück ihm deinen staubigen Kalk rein, wo er dann so wie er ist auch drin bleibt. Mieft er dich dann von dort aus duftend an, betört wiederum dich jugendlich-lockenschwingende alte Schachtel! An deiner Stelle zöge ich es wirklich vor einen HB ANZUZIEHEN UND ETWAS Kajal gegen den stumpfen Fischblick anzulegen. Hey, läuft dir ein Schornsteinfeger üben den Weg, wünsch dir ein Sitzungsprotokoll, perfekt-klar ausgearbeitet und hängs dir um! Steht Dir sicher gut.
So, Freundin, einzig Einzigartige, an dieser Stelle bin ich fertig mit D zwecks Abrechnung und so verbleibe ich - denke jetzt schlägt es 13!