Parodieren geht über Studieren

Eine Übung im Bereich der Neueren Deutschen Literaturwissenschaft
an der Universität Augsburg
unter Leitung von Dr. Friedmann Harzer

Der Panzer und das Ölfässchen

(Florian Vogler)

Ein Ölfässchen füllte an einem Bohrloch seinen Bauch. Nicht weit entfernt, entdeckte plötzlich ein großer Panzer das Ölfässchen mit seinem Rohr.
Sogleich knatterte er los: "Hey du! Warum schlägst du dir den Bauch voll mit dieser Delikatesse?!" Das Ölfässchen erschrak gar sehr und erwiderte leise: "Aber das ist meine Nahrung, das hab' ich doch immer gegessen. Wieso bist gerade du dagegen, dass ich das tu?"
KAWUMM!!!
"Dafür könnte ich dich…", die Kugel schlug etwas hinter dem Fässchen ein, "…vernichten!" brüllte der Panzer. "Du machst dasselbe wie deine ganzen Brüder und Schwestern und deine Eltern, die Pipelines! Sieh doch, was mit ihnen geschieht, wenn ich wütend werde! Das werd' ich jetzt auch mit dir machen!"
KAWUMM!!!
"Ahh! Hilfe!" schrie das Ölfässchen, "ich versteh das nicht. Dein Herrscher bezahlt doch dafür, dass du den leckeren Saft aus meinem Bauch bekommst."
"Du unverschämtes Stück! Das wagst du mir noch ins Gesicht - äh - Rohr zu sagen!" Das Ölfässchen zitterte. "Zahlen oder nicht zahlen! Eben! Ah! - Ich werde dir auch einen Denkzettel verpassen! Und er spuckte noch eine Kugel auf das arme Ölfässchen und es wurde in alle Teile zerrissen.
Die Gier bringt bei Mächtigen vieles zustande; sogar Vernunft und Verstand schaltet sie ohne weiteres aus.