Parodieren geht über Studieren

Eine Übung im Bereich der Neueren Deutschen Literaturwissenschaft
an der Universität Augsburg
unter Leitung von Dr. Friedmann Harzer

Gleichgültigkeit

(Tobias Krüger)

Eine entspannende Gleichgültigkeit hat mein Herz ergriffen, gleich einer Opiumwaage, die mir eigentlich egal ist.
Alle sind schon gegangen und ich kann mich nicht entschließen von der Theke aufzustehen, wie es einem jeden schwer fällt, der wie ich betrunken ist. Mir ist alles so einerlei - auch du - ich bin so weggetreten, dass mir der Joint die Finger verbrennt, ohne dass ich es bemerke.
Ich könnte jetzt nichts mehr trinken nicht einen Schluck und war doch nie abhängiger als in diesen Momenten.
Wenn all die Farben um mich spielen und das helle Licht am Ende des Tunnels sich in den Whiskey-Gläsern bricht, und ich selbst davon nur Funken wahrnehme; ich dann vom Stuhl auf den Boden in eine Bierlache falle und näher an der Erde im Alkoholdunst mir merkwürdig im Magen wird; wenn ich das Schwirren der dicken Schmeißfliegen über meinem Kopf, diese endlos kreisenden summenden Punkte in meinem Ohr rauschen höre und spüre den nahenden Kater, der uns irgendwann ins Grab geleitet, die Kopfschmerzen am Tag danach, die schon des Morgens zur Aspirintablette führen;
he, bleib da und hör mir zu!;
wenn's dann um meine Augen dämmert und die Welt um mich her sich dreht wie ein nie enden wollender Walzer - dann...
ist mir das egal und ich denke...
Ach könntest du auf dem Klo nur alles wieder von dir geben, könntest du der Schüssel das einhauchen, womit du selbst so voll bist, dass es würde es ich es sehen es können und sehen es dass besonders wenn - vergiss den letzten Satz, mein Freund...
Aber ich bleibe hier liegen. Mir ist eh schon alles egal.
Wirt, noch eine Lokalrunde!