Parodieren geht über Studieren

Eine Übung im Bereich der Neueren Deutschen Literaturwissenschaft
an der Universität Augsburg
unter Leitung von Dr. Friedmann Harzer

Chassidismus: Parodie und Travestie

Chassidismus kommt vom hebräischen Wort chassidim, Fromme und bezeichnet verschiedene, voneinander unabhängige Bewegungen im Judentum. Gemeinsam ist diesen Bewegungen der hohe Standard religiöser Observanz und Moral sowie eine besondere Gottesnähe, die häufig mystische Ausprägung gefunden hat.

Der osteuropäische Chassidismus des 18. und 19. Jahrhunderts

Der Chassidismus im osteuropäischen Judentum, den Ostjuden, hat mit dem deutschen Chassidismus des Mittelalters nur wenig mehr als den Namen gemeinsam und übertrifft diesen erheblich an Bedeutung. Er entstand als Reaktion auf die Pogrome unter Führung des Kosaken Bogdan Chmelnizki im Jahre 1648, als in Osteuropa über 700 jüdische Gemeinden vernichtet wurden.
Begründer des osteuropäischen Chassidismus ist Israel ben Elieser (um 1700-1760), genannt Baal Schem Tow (Meister des guten Namens). Zu seinen wichtigsten Schülern gehören Rabbi Dow Bär, genannt Maggid von Mesritsch bzw. der Große Maggid, und Rabbi Jacob Josef von Polnoe. Innerhalb weniger Jahrzehnte verbreitete sich der Chassidismus in jüdischen Gemeinden in der Ukraine, in Polen, Weißrussland, Russland und Österreich.
Der Baal Schem Tow und seine Nachfolger betonten den Wert des traditionellen Studiums der Thora und der mündlichen Überlieferung, des Talmud und seiner Kommentare. Daneben gewann die mystische Tradition der Kabbala erheblichen Einfluss. Über dieses Studium hinaus steht im Chassidismus das persönliche und gemeinschaftliche religiöse Erlebnis an vorderster Stelle.
Die Chassidim (Mehrzahl von Chassid) versammeln sich besonders am Sabbat und den jüdischen Festtagen um ihren Rabbi (jiddisch Rebbe), um in Gebet, Liedern und Tänzen und auch religiöser Ekstase Gott näher zu kommen. Der chassidische Rabbi, genannt Zaddik (Gerechter, Bewährter, von hebräisch zädäk = Gerechtigkeit), ist ein charismatischer Führer und Mittelpunkt der Gemeinde und gibt die chassidischen Lehren - oftmals in Form von Erzählungen und Gleichnissen - an seine Schüler weiter. Berühmtes Beispiel für einen Zaddik ist Rabbi Nachman von Bratslav, Urenkel des Baal Schem Tow und Gründer einer eigenen chassidischen Richtung, der Bratslaver Chassidim.
aus de.wikipedia.org/wiki/Chassidismus

Aufgabe

Schreiben Sie eine chassidische Geschichte über einen Ihrer (Hochschul-)Lehrer. Verwenden Sie die dabei die Darstellungstechniken der von Wehr zitierten Beispiele. Sollten Sie Zeit haben: Schreiben Sie noch eine Exegese im Stile Woody Allens dazu! (Parodie) - Oder: Gießen Sie den chassidischen Wein einer chassidischen Geschichten in einen neuen Schlauch. (Travestie)

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